So hier ist es jetzt schon nach 12, das heißt es ist Sonntag und das wiederum heißt, dass ich schon/erst 2 Wochen hier bin.
Wir deutschen Mädels haben festgestellt, dass die Zeit langsamer umgeht, als man glaubt. Ich fühle mich, als wäre ich schon mindestens einen Monat in den Staaten.
Die letzte Woche war anstrengend und wahrscheinlich nur ein Vorgeschmack auf das, was mich noch erwartet. Jeden Tag bis 3 Uhr Schule und von 4 bis 6 Fußballtraining. Um halb 7 zuhause, etwas essen, duschen und Hausaufgaben (falls man sie in der Study Hall nicht mehr schafft) und dann kann ich auch schon sofort erschöpft ins Bett fallen. Es ist aussaugend, als ob man einen Staubsauger an meine Energie halten würde.
Ich kann nur sagen, dass wir froh sein können, auf eine deutsche Schule zu gehen. Ich hab hier in Amerika bis auf die Lunchpause ( in der 7ten Stunde, das ist sogar für mich die letzte Möglichkeit etwas zu essen) keine Pause. 3 Minuten haben wir um von Raum zu Raum zu gelangen. Die Flure sind rappelvoll und der Spint zu klein. Die Lehrer getarnt, aber angenehm freundlich und der Stundenplan super easy. In Französisch 4 (Die höchste Stufe, die es hier zu wählen gibt) ist es immer noch zu leicht. Vika und ich sind mit den Aufgaben in 5 Minuten fertig, während die anderen 20 Minuten brauchen. Human Behaviour macht Spaß (wir spielen Psychospiele) und der Rest ist sehr langweilig.
Unter der Woche selbst ist außer unserem verlorenen Matches nichts passiert, bis auf Freitag: Mein erstes Footballspiel, unsere Schule Memorial High Roughriders Varsity gegen Sidney High Yellow Jackets Varsity. Es ist total langweilig, dieses Football. Das einzige was man dort sieht sind Jungs mit engen, lustigen Hosen, komischen Helmen und aufgeplusterten Schultern, die jede zweite Sekunde auf dem Boden liegen und so dreckig werden, dass ich sie nicht mit einer Pinzette anfassen würde. Das einzig coole am Spiel ist: Die Athmosphäre/Stimmung. Unsere Marching Band ist der Hammer und so viele Leute gucken zu. Die halbe Schule ist bei den Spielen dabei. Genauso cool war unsere Hin- und Rückfahrt.Karen hatte sich von dem Autohandel ihres Vaters einen 15 Mann Bully ausgeborgt und somit sind wir mit 11 Mann nach Sidney gefahren. Mittlerweile kann ich berechtigt sagen: Deutsche KÖNNEN besser Autofahren, als Amis. Zumindest sicherer. Ich hatte eine heiden Panik, aber Spaß wars trotzdem.
Am Samstag ging es dann zum Fußballspiel unserer Varsitymannschaft. Das heißt: Mit einem Haufen Mädels in einem der gelben Schulbusse 2 Stunden nach Columbus fahren. Ich habe die halbe Hinfahrt verpennt. Nach erfolgreichem 1 – 0 Sieg ging es nach gespendetem Subway-Sandwich, der Eltern (die das ganze Sporttreiben ihrer Kinder sehr ernst nehmen und zu jedem Spiel mitfahren) ging es wieder nach Hause, wo wir dann einen DVD Abend mit vielen Leuten gemacht haben. He’s just not that into you (dt. Er steht einfach nicht auf Dich) wurde angeschaut.
So, euch einen schönen Sonntagmorgen und mir eine schöne Nacht.
P.S. Fotos sind online.
