Archive for Oktober, 2009

Die letzte Woche…

Donnerstag, Oktober 22nd, 2009

…war ziemlich aufregend!

Mittwoch,  14. Oktober:

Nach der Schule ging es direkt zu Courtney nach Wapakoneta. Nach ein wenig Wii Tennis&Bowling gings erst Eis essen und dann zur Kirche nach Botkins. Hört sich komisch an, war es auch. Warum unbedingt zur Kirche ist ne andere Geschichte.. aber erstmal zur Kirche selbst: Amerikanische Kirchen sehen garnicht auch wie welche. Es sind meist einfach nur riesige Gebäude, oft eckig und ohne Turm oder Glocke. Einfach hässlich und modern. Als wir in den „Jugendabteil“, der „Kirche“ kamen, wurde ich von knalligen Farben und Mustern begrüßt. „JESUS SAVES YOU“ stand in jeder Ecke in Graffittibuchstaben. Nach ein paar Runden Tischkicker und Unterhaltungen mit ein paar wirklich coolen Leuten ging es dann in den großen Saal. Mich traf fast der Schlag, als ich die Bühne sah. Riesen Marshall-Verstärke, teure Gitarren, ein riesiges Schlagzeug mit Mikrofonen und richtig teure Keyboards. Nach ein paar Einleitungsworten des Pastors, der ein enges-langärmiges Laufshirt anhatte, und Muskelbepackt war, mit Sandalen, fing auf einmal die Band an zu spielen und ich war so verblüfft, meine Kinnlade verfehlte nur knapp den Fußboden. Die waren wirklich gut und die Texte über Gott und Jesus gefielen mir auch gut, wirklich. Doch was dann geschah war unheimlich. Die ganzen Jungendlichen und Kinder verstummten nahmen die Hände in die Luft sangen mit, umarmten sich und sagten sich wie gern sie sich hatten .. niemand sagte mehr was, und die waren wie in Trance.. einige hatten sogar Tränen in den Augen. Ich fand das nicht witzig, ich selber war total komisch drauf. Das hat mir alles wirklich Angst gemacht. Und als der Gottesdienst vorbei war, waren alle wieder normal. Die Jungs warfen sich gegenseitig auf den Boden und spielten Football, die Mädels lieferten ihre normalen Diskussionen und ich war mittendrin und hab nichts gepeilt. Danach gings nach Hause und ich bin verwirrt eingeschlafen. Das war dann wohl so ziemlich das spirituellste Erlebnis meines ganzen Lebens.

Donnerstag, 15. Oktober:

PICTURE DAY, schick machen für die Schule um Fotos fürs Jahrbuch zu schießen und das für ultra viel Knete. Aber was tut man nicht alles dafür 🙂 Und nach der Schule: DAD KOMMT 🙂 Nach Fast 3 Monaten hab ich dann auch endlich mal wieder einen Teil meiner Familie gesehen und das hat mich sehr gefreut. Ich hab ihm dann erstmal meine dezeitige Heimat gezeigt und wir sind mit meinem Gastvater und meiner kleinen Gastschwester Essen gegangen und sind dann Recht früh ins Bett gegangen. Dad war müde vom Flug und ich war müde von der Schule, wie immer..

Freitag, 16. Oktober:

DAD IST IMMER NOCH DA 🙂 Nach einem Schultag voller Tests und Hausaufgaben war Bowling angesagt, da ich meinen Score für das Schulteam (ja ich bin zurzeit im Bowlingteam,haha) aufholen musste. Ich hatte eigentlich nicht damit gerechnet das mein paps von seinen Trip nach Fort Wayne, Indiana  schon um halb 4 wieder da ist, aber er war da und hat mit mir zusammen gebowlt. Danach ging es dann weiter, ein paar Einkäufe erledigen und danach waren wir zum Essen bei Vika’s Gastfamilie eingeladen. Mein Dad und meine Gastfamilie sind dort etwas länger geblieben und ich wurde von Rachel abgeholt um zur HAUNTED SCHOOL zu fahren, das ist eine alte Schule, die jedes Jahr im Oktober von der Schulband und den Eltern gruselig gestaltet wird. Es war echt cool gemacht, wenn auch nicht unbedingt wirklich schrecklich. Aber auch nicht unbedingt harmlos! Danach ging es wieder nach Hause und zum Smalltalk mit Paps und Larry.

Samstag, 17. Oktober:

Morgens früh aufgestanden, wollten wir (Paps und ich) los nach Dayton zum shoppen. Durch einen Zwischenfall hat sich das ganze etwas verzögert und ich musste auch noch Koffer für unseren Kurzurlaub nach Tennessee packen. So kam es, dass wir in Dayton nur noch zusammen im Olive Garden (das beste Restaurant, das es gibt) gegessen haben und dann wurde ich auch schon leider von Tessas Gastmutter Pam und Vika für unseren kleinen Urlaub abgeholt. Das hieß, dass ich meinem Dad schon wieder für einen Monat verabschieden musste, ist gar nicht so leicht 😉  Und dann gings los von Ohio, über Kentucky nach Tennessee in die Berge. Wunderschön! Noch nicht ganz am Ziel angekommen mussten wir uns ca. 1 1/2 Stunden vorm Ziel ein Hotel für ne Nacht suchen, weil Pam von 6 Stunden Autofahren echt übermüdet war. Es war aber sehr witzig dort 🙂

Sonntag, 18. Oktober:

Morgens aufgestanden und im Hotel gefrüstückt ging es dann weiter zum Ziel: GATLINBURG. Es ging durch tiefe Wälder mit wunderschönen Herbstfarben durch die Smokey Mountains (so genannt, da immer ein Dunst über ihnen liegt, der aussieht wie Rauch). Tennessee ist somit ganz anders als Flachland OHIO 😛 Aber der Ort war echt niedlich. Mit Fahrgeschäften an allen Seiten und Souveniershops und einem HardRock Cafe, in dem wir am Sonntag Abend auch essen waren 🙂

Montag, 19. Oktober:

Shoppingtag, mit lustigen Fotos in Gatlinburg und den Abend mit einem super essen in einer Bräuerei richtig gut abgerundet. Achso, uns ist ein Reifen geplatzt und wir mussten von einer 4 spurigen Straße auf einen Parkplatz abfahren, das wir auch gerade noch so geschafft haben. Da Vika und ich aber aufs Klo mussten, sind wir zur nächsten Ampel gerannt um über die Straße zu Mc Donalds zu kommen. Es stellte sich aber als sehr kompliziert heraus, über diese verdammte Straße zu kommen. Mit Fußgängerampeln haben die Amerikaner es wohl noch nciht so. Als endlich ALLE Autos standen, war unsere Fußgängerampel immer noch Rot. Wir sind einfach trotzdem gegangen und mitten auf der Straße fingen auf einmal alle Autofahrer an mit dem Gas zu spielen um uns 2 einsame Mädels zu erschrecken, ich hab mir die Seele aus dem Leib gelacht. Das hat den ganzen Tag verschönert.Hach, das war lustig. HAHA

Dienstag, 20. Oktober:

Rundfahrt in Cades Cove, ein Tal am Gebirgsfuß, das seit 1800 nicht mehr verändert wurde. Alte Kirchen und Häuser. Hat uns 5 Stunden gekostet, war aber super schön, da die Landschaft echt der Hammer ist. Abends ging es in Dixies Stampede, einer Show mit Pferden und sowas.. Etwas wie ein Zirkus, bei dem es auch Essen gab. War ein schöner Abend.

Endspurt

Dienstag, Oktober 13th, 2009

Seit gestern (Sonntag) sind nun genau 8 Wochen rum. Unglaublich, die Zeit vergeht so schnell und der Spaß hört trotzdem nicht auf.

Am Freitag ging es nach der Schule direkt zum Bowling, bei dem man es als ungeübte -abundzumal Spielerin- nicht leicht hat. Da Karen und ihr Bruder Kyle schon seid 400 Jahren Bowling spielen und es dementsprechend auch aussieht. Natürlich wurde mir auch Hilfe angeboten, aber nach 4 Sätzen, mit dem Inhalt von: „You have to aim the head pin, then spin and bend your legs. Don’t move your wrist.“, wollte ich dann doch keine Hilfe mehr. Nach einer satten Lektion von einem Gefühl, welches sich versagen nennt, ging es nach Hause und gleich ab in den 16-Mann Bully um nach Fort Wayne, Indiana zu meinem ersten Eishockeyspiel zu fahren. Das Auto war vollgepackt und es wurde ein Zwischenstopp bei HOOTERS (das Restaurant sollte eigentlich jeder kennen, wenn nicht –>GOOGLE) eingelegt. Einige Chili-Cheese-Fritten später ging es dann weiter zum Stadion (viel mehr Kolosseum), welches wirklich RIESIG war. Eins der größten Gebäude, die ich bisher hier gesehen habe. Im Inneren des Ladens angekommen ging es Richtung VIP Bereich, ja ihr habt richtig gelesen, WIE EI PI Bereich! Wir hatten Karten von der Firma meiner Gastmutter geschenkt bekommen, mit eigener Box in perfekter Lage über dem Spielfeld. PERFEKTE SICHT! Warme Sitze, eigene Popcornmaschiene, VIP Toiletten, mit herzzerreißender Aussicht auf Fort Wayne und genial riechender Seife (da wäscht man doch gerne gegen die Schweinegrippe – ääh H1N1- an). Auf jeden Fall gehört Hockey jetzt zusammen mit Baseball zu meinen Lieblingssportarten. Zumal es beim Hockey nach jeder zehnten Minute eine Richtige Schlägerei gibt, so richtig witzig! Ich schau mal ob ich davon noch Videos reinstellen kann. Es war ein gelungener Abend!

Samstag habe ich dann erst mal richtig schön ausgeschlafen und bin dann mit Karen nach New Knoxville gefahren, um uns dort zusammen mit Bridget (Kyle‘s Freundin) ein Feuerwehrfest anzuschauen. Dort mussten verschiedene freiwillige Feuerwehrtruppen gegeneinander Autos auseinander nehmen, wer der schnellste war, gewinnt. Es war lustig mit anzusehen, aber es war SCHWEINEKALT! Ich hab gefroren wie im Schneesturm. Deshalb sind wir auch ganz zügig nach Ende der ersten Runde zurück zu Bridget gefahren, haben ihre Pferde in den Stall gebracht und sind weiter zur Bowlingbahn gefahren. Dort haben wir dann zu sechst gebowlt und haben danach noch bei uns im Keller RENO-911 geguckt, ein amüsanter Film 😉 Dann gings ab ins Bett, schlafen!

Am Sonntag bin ich früher aufgestanden, um in Ruhe mein Zimmer zu putzen und den Keller zu saugen. Danach gings ab ans Klavier und unter die Dusche. Um 1 Uhr war dann Bowlingtraining angesagt, ja Bowlingtraining, das werde ich jetzt jeden Sonntag haben und ich freu mich drauf, da ich am Sonntag wirklich erfolgreich war und eine 112 erreicht habe! Abends waren wir dann bei Kathy und Mark (Vika’s Gasteltern) zum Sister-Cities Abendessen eingeladen. Seniorentreff, mehr muss man da nicht erklären. Es gab Bier (wovon wir nichts abbekamen) und Krustentiere. Mh lecker als Vegetarier. Man konnte die Tiere noch auf dem Teller krabbeln sehen! Aber wem es schmeckt 😉

 

Soviel zu meinem Wochenende. Fotos sind online.

Adíos Amigos

 

Wie das Leben so spielt

Donnerstag, Oktober 1st, 2009

Ich kanns kaum fassen, ich bin jetzt schon 1 1/2 Monate hier. Mir kommt es nicht annähernd so vor, muss ich zugeben. Aber ich denke die Zeit geht hier einfach schneller um. Von 8 bis 15 uhr in der Schule sitzen, dann nach Hause. Hausaufgaben und dann was das Herz begehrt bis ca. 8 Uhr. Danach ist man total geschafft, geht also noch an den Rechner oder vor den Fernseher. Und das war der Tag dann auch schon. Die Wochenenden sind auch nicht viel länger, wenn man einiges vor hat.

Seitdem ich hier bin, lerne ich definitiv mehr über mich, über die Menschheit und auch besonders über das Verhalten von Menschen.

Es ist komisch, aber man beschäftigt sich einfach mit sowas, wenn man weit weg von der eigentlichen Realität ist. Aber ich muss sagen, mir gefällts auf einer Seite. Ich kann immer besser sagen, welche Personen mir was bedeuten, wem ich was bedeute und wer verdammt nochmal seine Maske absetzen sollte. Ich meine, hallo? Wir leben im 21. Jahrhundert und wir haben Internet, mit dem man kommunizieren kann. Man kann auch Briefe schreiben, aber das ist für die Masse der Menschen (außer meiner nennenswerten Omi) ja sowieso unmachbar. Aber NEIN, anstelle sich eventuell einmal bei mir zu melden, zu fragen wie es mir geht und/oder gefällt ist ja eindeutig zu viel verlangt. Ich kann nur eins sagen, hört auf Spielchen zu spielen und jedem vor zu gaukeln: „Oh, du bist mir ja so wichtig.“Anscheinend ist das nicht so. BE REAL! Ganz ehrlich. Spielt „Freunden“ keine Sympathie vor, wenn ihr es nicht ernst meint. Alle sagen immer, dass die Amerikaner oberflächlich wären und Sympathie nur vorgaukeln würden. Natürlich gibt es diese Leute, aber die gibts auch genügend bei uns in Deutschland. Menschen sind doof und werden immer ignoranter, das ist mein Statement des heutigen Abends.

Genug von der Trübseligkeit und weiter im Text.

Ich fasse mal die neusten Ereignisse/Erfahrungen/Erlebnisse (wobei man fast alles unter einen Hut kehren kann) zusammen. AN DIE LEUTE, DIE ES INTERESSIERT: Falls ihr detailliertere Informationen zu den Themen haben wollt, könnt ihr mich ruhig fragen, denn hey, ICH ERLEBE DAS ALLES und nicht irgendwer anderes.

Also: 1.) Heute gabs Midterm-Zeugnisse, das heißt nach 4,5 Wochen Schule bekommt man erste Resultate. 2.) Ich bin krank, mit Fieber, Schüttelfrost, Halsweh und Husten. Aber das legt sich bald wieder 🙂 3.) Homecomingball war langweilig und nicht annähernd so, wie man sich das durch die Hirnverbrennenden Medien vorstellt. 4.) Es wird hier schlagartig kälter, das Wetter macht mich verrückt. 5.) Meine Gastfamilie wächst mir jeden Tag mehr ins Herz, ich fühl mich wirklich gut bei denen. 5.) Nach so „langer Zeit“ hier, hab ich schon einen Rhythmus gefunden. Alltagsroutine, wie auch immer. 6.) Ich hab morgens (warum auch immer) das starke Bedürfnis nach meinem Bett in Deutschland. 7.) Die Anzahl der Tests in der Schule erreichen jetzt bald die 55er Grenze, was absolut stinkt. 8.) Ich glaube ich bin Autodidakt. Dazu gleich mehr. 9.) Zum 400sten Mal, ich hab ein lahmes Internet hier, also seid mir nicht böse, wenn ich plötzlich mal offline bin, nicht direkt antworte, nichts schicken kann oder meine Kamera oder mein Mikro beim Skypen nicht ganz mitspielen. 10.) Ich bin im Junior PowderPuff Mädchenfootballteam. Das ist ein Team bestehend aus… JUNIORS, ha wer hätts‘ gedacht, die um den Zeitraum des Homecoming-Footballgames, gegen die Mädchen der Seniors (Klasse 12, Abschlussklasse)Football spielen. Ohne Schone, ohne Tackling, das heißt: FLAG FOOTBALL! Das sagt einigen eventuell was. Wenn nicht, hier eine kurze Kurzerklärung: Jeder Spieler hat einen Gürtel, an dem an den Seiten kleine, lange Fähnchenangebracht sind um. Und anstelle durch Tackling an den Ball zu kommen, muss man dem Gegner, der im Ballbesitz ist, die Flagge klauen. War das verständlich? Ich hoffe mal schon. Wenn nicht gibt es noch so eine Seite die heißt… WIKIPEDIA.DE… Naja, worauf ich hinauswill: Wir haben sogar richtiges Training. Aber leider ist unser Spiel an Homecoming wegen Regen abgesagt worden und für den 27. Oktober angesetzt worden. Wir haben auch schicke T-Shirts mit Nummer und Namen.

Das waren bisher die 10 Dinge, die mir zu dieser späten Stunde einfallen. Es ist schon 20 vor 1, und ich weiß noch nicht ob ich morgen zur Schule gehen werde oder nicht.. deshalb leg ich mich jetzt ne Runde schlafen, das tun die meisten von euch Lesern ja gerade.

Achso, meine Träume und Gedanken werden immer englischer. Die Sprache brennt sich suddenly so in meinen head ein.

Meldet euch mal 🙂 Wie gesagt, ich hab Internet und auch ne Telefonnummer unter der ihr mal anrufen könnt (ACHTUNG: 6 Stunden Zeitverschiebung, ihr seid 6 Stunden vorraus!) Mit der Telefonnummer kostet es euch nur das normale Geld, das ihr auch bezahlt wenn ihr wen in Deutschland auf dem Festnetz anruft. Ich muss nur mehr bezahlen, aber da hab ich auch nicht immer was einzuwenden. Frage zur Nummer einfach stellen oder im Telefonbuch nach meinem Namen unter LENGERICH suchen.

Good bye, see you soon und noch ne gute Nacht.

~Elena~